Kulturelle Veranstaltungen gibt es wegen der Corona-Krise im Erbhof derzeit nicht. Dafür findet nun aber eine Sitzung des Gemeinderates Thedinghausen in dem Schloss statt.

Kulturelle Veranstaltungen gibt es wegen der Corona-Krise im Erbhof derzeit nicht. Dafür findet nun aber eine Sitzung des Gemeinderates Thedinghausen in dem Schloss statt. (Björn Hake)

Der Erbhof in Thedinghausen ist bekannt für die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, die dort über das Jahr verteilt stattfinden. Wegen des Coronavirus ist das Schloss, was Veranstaltungen angeht, aber verwaist, denn sämtliche Termine wurden abgesagt (wir berichteten). Nun aber könnte es im Erbhof wieder voller werden, denn der Rat der Gemeinde Thedinghausen soll am Donnerstag, 23. April, im Renaissancesaal tagen und die noch im März abgesagte Sitzung nachholen. Das ist insofern nicht ungewöhnlich, da der Erbhof auch in der Vergangenheit als politischer Sitzungsort gedient hat. In Zeiten der Corona-Krise wurde der Ort allerdings ganz bewusst gewählt.

„Die Gaststätten, in denen meist die Sitzungen stattfinden, sind derzeit aufgrund der Krise geschlossen“, sagt Gemeindedirektor Harald Hesse auf Nachfrage. „Der Renaissancesaal bietet für solch eine Veranstaltung aber ausreichend Platz. Der nötige Abstand zwischen den Ratsmitgliedern kann eingehalten werden“, erklärt er. Zusätzlich hat Hesse Schutzmasken bestellt, die dann von den Ratsmitgliedern aber auch von den Gästen – die Sitzung ist öffentlich – getragen werden sollen.

Landkreis sagt Sitzungen ab

Dass der Rat der Gemeinde Thedinghausen in Zeiten der Corona-Krise öffentlich tagt, ist nicht selbstverständlich. Der Landkreis Verden selbst hatte jüngst noch die Sitzung des Kreistages abgesagt hat (wir berichteten). Auch der Kreis-Ausschuss für Wasser-, Energie- und Abfallwirtschaft am 4. Mai tagt nicht. Hesse verweist darauf, dass es keine Möglichkeit zur nicht-öffentlichen Sitzung gebe, weil die Thedinghauser Geschäftsordnung keinen Verwaltungsausschuss oder dergleichen vorsehe. Anders ist das zum Beispiel in der Stadt Achim. Dort sind die Sitzungen des Stadtrates und der Fachausschüsse zwar ausgesetzt, dafür tagt aber der Verwaltungsausschuss nicht-öffentlich.

Nicht damit einverstanden, dass die Ratssitzung stattfindet, ist die Unabhängige Bürgerliste (UBL) der Gemeinde Thedinghausen. Die hat nämlich beantragt, die Sitzung zu verschieben. In dem Schreiben an Gemeindedirektor Harald Hesse, Thedinghausens Bürgermeister Thomas Metz und die anderen Ratsmitglieder heißt es unter anderem, dass „im Rat Thedinghausen überwiegend Vertreter mittleren Alters sind, die auch durch einen wohl gemeinten ,einfachen Mundschutz‘ nicht ausreichend geschützt werden können“. Außerdem biete man für die Bevölkerung ein schlechtes Vorbild, wenn man als große Gruppe eine Sitzung abhalten würde. Unterschrieben ist das Papier von den beiden Mitgliedern der UBL-Fraktion, Gabriele Artelt-Marquardt und Daniel Strassner.

Mit dem Anliegen kann sich die UBL aber nicht durchsetzen. Denn Hesse betonte, dass es nicht verboten sei, den Rat abzuhalten. Er bestätigte zudem, dass er von den restlichen Fraktionen im Rat wisse, dass sie an der Sitzung teilnehmen wollen. „Wir werden also beschlussfähig sein.“

Die Sitzung im Renaissancesaal des Erbhofs am Donnerstag, 23. April, beginnt um 19.30 Uhr. Laut Tagesordnung geht es unter anderem um die Aufstellung eines Bebauungsplanes für einen Wohnpark südlich der Bahnhofstraße. Auch die Verlängerung der Betreuungszeiten für die Buchengruppe in der Kindertagesstätte Erbhoflöwen ist Thema. Eine Einwohnerfragestunde gibt es am Anfang und am Ende der Sitzung.

Von Ca-Ju UBL

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.