Thedinghausen – Die Gemeinde Thedinghausen ist vorgeprescht und hat als eine der ersten im Umkreis eine Sitzung des Gemeinderates in Corona-Zeiten einberufen. Und das mit gutem Grund: In Ermangelung eines Verwaltungsausschusses musste nämlich der Gemeinderat über die Fortführung des B-Planes (Erschließungsplanung) für das neue Baugebiet „Wohnpark südlich der Bahnhofstraße befinden“ – weil das Projekt ansonsten aufgrund nicht einzuhaltender Fristen zu scheitern drohte.null

So versammelten sich dann am Donnerstagabend die Ratsmitglieder (außer UBL, wir berichteten) im Erbhof-Renaissance-Saal – allesamt weit auseinander sitzend und mit Mundschutz versehen.

Die eigentliche Zustimmung zum B-Plan war reine Formsache und erfolgte einstimmig. Wie berichtet, soll auf dem Feld hinter dem Edeka-Markt und der Eisenbahntrasse eine Wohnbebauung entstehen. Auf 18 000 Quadratmetern werden rund 20 Bauten errichtet – darunter auch größere Einheiten sowie auf altersgerechtes Wohnen ausgerichtete ebenerdige Bungalows.

Das Gebiet wird teilweise durch einen Lärmschutzwall beziehungsweise eine begrünte Lärmschutzwand zum Edeka-Markt beziehungsweise zum Bahngelände abgegrenzt. Die Erschließung läuft über zwei Planstraßen, wobei die „Hauptstraße“ von der Bahnhofstraße abgeht. Zudem ist ein Zugang vom Wohngebiet zum Edeka-Markt über eine fußläufige Verbindung möglich.

Das Thema Verkauf und gegebenenfalls Abriss des Gasthauses Niedersachsen (wir berichteten) wurde wegen der Aktualität und aufgrund vermehrter Reaktionen aus Politik und Bevölkerung nachträglich auf die Tagesordnung der Ratssitzung gesetzt und wurde nichtöffentlich behandelt.

Gemeindedirektor Harald Hesse teilte zum Inhalt dieses Sitzungsteils per Presseerklärung folgendes mit:

„Die ortsprägende Giebelfront des Gasthauses zur Braunschweiger Straße hin sollte nach einhelliger Auffassung des Rates erhalten bleiben. Diese Absicht sollte bei der kommenden neuen Bebauung des Grundstückes unbedingt berücksichtigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Gespräche mit dem neuen Eigentümer vorgesehen. Die Verwaltung wurde beauftragt, kurzfristig mit dem Erwerber über Lösungsmöglichkeiten zu sprechen. Eine erste Gesprächsrunde ist bereits für die nächste Woche terminiert.

Der Rat beauftragte den Gemeindedirektor weiterhin, die Rechtslage und rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich des Bebauungsplanes südlich der Braunschweiger Straße, der auch das Grundstück des Gasthauses umfasst, zu prüfen. Der Gemeindedirektor sagte dies zu. Den Gesprächen mit dem Erwerber soll aber Vorrang eingeräumt werden.

Hesse weiter: „Diskutiert wurde im Rat auch über die Idee, im Zuge der künftigen Bebauung eine Tagespflegeeinrichtung für ältere Menschen zu planen. Eine solche Einrichtung ist für Thedinghausen wünschenswert und angesichts der steigenden Zahl älterer Menschen auch notwendig. Als Träger könnte die Sozialstation der Samtgemeinde in Frage kommen. Bevor über ein solches Projekt aber mit dem neuen Eigentümer genauer gesprochen werden kann, muss darüber zuerst in der Samtgemeinde beraten werden. Dies kann frühestens am 7. Mai in der nächsten Sitzung des Samtgemeindeausschusses geschehen. Die Verwaltung sagte zu, das Thema dort auf die Tagesordnung zu setzen.“

Simon Sperling, Mitinhaber und Geschäftsführer der Firma E&S-Bau mit Sitz in Morsum, die das Gasthaus Niedersachsen erworben hatte, betonte auf unsere Anfrage, dass ihm mit Blick auf das Bauvorhaben grundsätzlich an einer gütlichen Einigung liege.

Von Ca-Ju UBL

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